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17.11.2019
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Chronik der Stadt Naumburg(Saale)

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1862

Die Volkszählung ergibt für 1861 eine Einwohnerzahl von 13.917 (1864 = 14.407), davon sind 137 Katholiken und 9 Juden. Die Stadt stellt einen eigenen Stadtgärtner an und errichtet für rund 1.000 Taler eine Kolonnade auf dem Bürgergarten. Dort stand seit 1855 eine viereckige, hölzerne Musikhalle. Der Bruder des bekannten "Säulen-Litfas" bringt als neues Bekanntmachungsmittel an den Häuserecken Anschlagkästen an, in denen er hinter Drahtgittern täglich Anzeigen aufkleben ließ. Sein Bruder Ernst hatte schon 1855 die ersten Plakatsäulen in Berlin aufstellen lassen.


1865

Instandsetzung der Moritzkirche und Errichtung ihres Nordwestturmes. Der Turm war bereits 1840 völlig abgetragen worden. Die Gesamtkosten für den Turmbau sind mit 2.837 Taler veranschlagt worden. Die Gelder sind zum Teil durch ein gegründetes Komitee gesammelt worden, die Stadt selbst ist mit 500 Talern (aus dem Etat der Sparkasse) beteiligt. Abbruch der alten Schießmauer am Friedenshügel (ehemals Lappenhügel) und Anlegung einer neuen Schießbahn an der östlichen Seite der Vogelwiese. In dem Verlag von Gottfried Pätz erscheint die "Naumburger Zeitung". Das Blatt wird dreimal wöchentlich herausgegeben, erlebte aber nur zwei Jahrgänge. Druckerei und Redaktion ist im Haus Steinweg 18 untergebracht, die Expedition in der Trauerschmidtschen Buchhandlung am Markt 4.


1866

An der Cholera erkranken von Mitte August bis Oktober mehr als 300 Personen, 212 Todesopfer sind zu beklagen. Infolge des Notstandes, den die Seuche unter den Armen hervorrief, wird eine Speiseanstalt eingerichtet, die 3.170 Portionen Essen unentgeltlich verteilt. Das Gemälde "Abels Tod" im Schwurgericht erhält eine neue Umrahmung. Den Entwurf hierfür lieferte der bekannte Berliner Architekt Stüler, der sich wegen der Restaurierung des Domes in Naumburg aufgehalten hat. Das monumentale Wandgemälde war im Juni 1864 in das Schwurgericht gekommen.


1867

Theodor Fontane in Naumburg. Mit seiner Frau besucht er den Dom. Jahre später (1873) ist er nochmals hier. Damals beschrieb und zeichnete er die Denkmale der Stadt.


1868

Am 23. Juni stirbt der Begründer des "Naumburger Kreisblattes", Redakteur Heinrich Sieling im Alter von 58 Jahren. Die Leitung der Zeitung übernimmt nun sein Sohn Traugott Sieling. Der Verwaltungsbericht des Magistrats für 1867 beklagt den wirtschaftlichen Niedergang infolge der unruhigen politischen Zeiten, Arbeitslosigkeit, Teuerung, Rückgang der Steuereinnahmen, so daß 1866 die Stadtkasse 7.000, ein Jahr später 5.000 Taler mehr Ausgaben als Einnahmen hatte. Dieses Defizit mußte aus Sparkassenüberschüssen gedeckt werden.


1869

Der am 7. Dezember 1868 vom Sturm beschädigte und am 17. Dezember abgenommene Stadtturmkopf wird von Schieferdeckermeister Baumann aus Weißenfels wieder aufgesetzt. Der Turmknopf bekam dabei seine jetzige Form, das Kreuz wurde aber vergrößert. Die Strumpfmacherinnung löst sich auf. Die Strumpfwarenfabrikation hatte im 18. Jahrhundert ihren Höhepunkt erreicht. Die Erzeugnisse Naumburger Strumpffabriken wurden bis ins Ausland gehandelt. Die Stadtbehörden verleihen erstmals die Ehrenbenennung "Stadtältester" an einen hiesigen Stadtrat, der bis dahin 15 Jahre dem Magistrat angehört hatte.


Uta und Ekkehard
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Die Neuenburg
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Pilzpfanne
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Die Ratsherren
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Kirschfestumzug
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