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17.11.2019
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Chronik der Stadt Naumburg(Saale)

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1880

Die durch Blitzschlag schwer beschädigte Moritzkirche, die wegen ihrer Baufälligkeit lange Zeit unbenutzt geblieben war, wird feierlich eingeweiht. Auch die Othmarskirche wird in dem gleichen Jahr nach durchgreifender Restaurierung neu eingeweiht.

1881

An der Stelle des alten Gasthofes "Zum blauen Stern" vor dem Jakobstor wird ein Hotel mit Theater erbaut. Auftraggeberin ist Frau Reichsgräfin von Hofmannsegg. In ihrem Testament vom 5. Januar 1898 vermacht sie der Stadtgemeinde dieses Gebäude mit allen Einrichtungen sowie 47.323, 95 Mark Barvermögen. Umgestaltung des Bürgergartens. Der dortige Turnplatz wird nach dem Senioratszwinger (Georgenmauer) verlegt. Die Stelle des alten Turnplatzes sowie der zum Bürgergarten zählende Galgenberg werden neu bepflanzt. Auch der Moritzplatz und der topfmarkt erhalten eine Neugestaltung mit Anlagen und Bäumen. Am 30.12. stirbt Dompropst von Rabenau. Mit seinem Tode endet die lange Reihe der durch die Wahl der Kapitulare an die Spitze des Domkapitels berufenen Domherren. Die Besetzung und Dotierung der Domherrenstellen übernimmt jetzt der preußische König Wilhelm II. selbst. Minister von Puttkammer und General von Gneisenau werden erste Domherren entsprechend der neuen Ordnung.

1882

Der städtische Friedhof erhält einen neuen Ausgang zur Lindenstraße, die nach Zufüllung des angrenzenden Stadtgrabens verlängert wird. Auflösung der Schuhmacher Sterbekasse. Sie war 1708 errichtet worden, um den Hinterbliebenen "etwas Gewisses" zu reichen. Eine Schuhmacherinnung besteht schon seit 1341 in der Stadt. Letzte Theatervorstellung mit "Hasemanns Töchter" im Rathaussaal. Von nun ab werden Theateraufführungen in dem neuen Theaterbau vor dem Jakobstor abgehalten. 

1883

Die Stadt erwirbt die alte Löfflersche Artilleriekaserne hinter der Marienmauer. In dem Jahr wird auch der alte Judengottesacker vor dem Marientor aufgehoben. Die den früheren Eingang zierende Inschrift "Tod ist nicht Tod, ist nur Veredelung sterblicher Natur" erhält einen neuen Platz an der Neumauer. Die bisher in dem Salztor untergebrachte Militärhauptwache wird von da in das Armenschulgebäude (Marienstraße 20) verlegt. Dort war auch seit 1879 das Zeughaus der Feuerwehr eingerichtet. 

1884

Das alte Laurentiushospital hinter dem Dom wird abgebrochen und durch einen neuen Hospitalbau ersetzt. In dem stattlichen Neubau sind die beiden dem Kapitel gehörigen Spitäler, das alte Laurentiushospital und das Sankt Crucishospital, untergebracht. Das Crucishospital befand sich vordem am Eingang des freiheitischen Gottesacker an der Windmühlenstraße. In Berlin stirbt (am 10.07.) Naumburgs bekanntester Bürger, der Ägyptologe Carl Richard Lepsius (geb. 23.12.1810 in Naumburg). Er ist der Begründer der modernen wissenschaftlichen Ägyptologie und des Ägyptischen Museums in Berlin. Die mehrmalige Aufführung von Otto Claudius Oper "Der Gang nach dem Eisenhammer" gehört zu den großen kulturellen Ereignissen in diesem Jahr. Wegen dieser Oper hat er mit Richard Wagner in Briefwechsel gestanden.

1885

Erneut wird das Projekt einer Pferdebahn für Naumburg diskutiert (das erste Projekt scheiterte 1870). Ingenieur Frohwein, der das Projekt vorlegte, sieht eine Pferdebahnlinie vom Bahnhof über den Georgenberg zum Dom und von dort weiter in Richtung Steinweg bis zum Marktplatz und zum Jakobstor. Nicht gesicherte Finanzen lassen aber das kühne Projekt platzen. Die seit 1874 vom Gewerbeverein unterhaltene gewerbliche Fortbildungsschule wird durch eine Maler-Fachschule erweitert. 1889 wird sie wegen mangelnder Beteiligung aufgelöst. Vom 11. bis 13. Juli findet in Naumburg der Feuerwehrtag der Provinz Sachsen statt. Zwei Monate später stirbt der Lokalgeschichtsforscher Karl August Ferdinand Bornhak. Der bis zu seinem Ruhestand an der Bürgerknabenschule wirkende Lehrer Karl Bornhak hat sich intensiv mit der Naumburger Geschichte befaßt und zahlreiche Aufsätze darüber veröffentlicht. Auch als Dichter trat er hervor.

1887

Die Marienmauer nach dem städtischen Friedhof hin wird abgebrochen, der dortige Graben verfüllt und an dieser Stelle die heutige Poststraße angelegt. Abgebrochen werden auch das Armenhaus am Marientor sowie das Hirtenhaus am Wenzelstor. Die bisher als Verkaufsläden vermieteten Bänkengewölbe im Rathaus werden für Polizeiaufgaben zur Verfügung gestellt. Die Bänkengewölbe lagen an der Südseite des Rathauses und dienten vor allem den Bäckern als Verkaufsräume, wo sie auf "Bänken" ihre Waren anboten. Die dortige Rittergasse wird deswegen auch als Bänkengasse bisweilen bezeichnet. Zusammenbruch des Bankunternehmens von Thienemann und der Buchdruckerei Hauthal. Beide fliehen unter spektakulären Umständen aus Naumburg. Hauthal wird später ergriffen und zu 3 Jahren Zuchthaus verurteilt.

1888

Abschluß der umfassenden Umbauarbeiten im Rathaus. Sie kosten die Stadt 10.986 Mark. Baubeginn der Hennenbrücke. Sie wird im September des Folgejahres vollendet und am 25. September des gleichen Jahres feierlich eröffnet. Für das Bauprojekt zeichnet Stadtbaurat Hetzel verantwortlich. Vor dem Michaelistor wird von dem Bauverein (hervorgegangen aus dem 1887 gegründeten Kaiser-Wilhelm-Verein) eine neue Straße angelegt. Sie erhält den Namen Eckart-Straße, benannt nach einer Wohltäterin der Stadt, die das Naumburger Frauenheim gründete. Die Schützengesellschaft erhält in der alten Jenaischen Hohle einen neuen Schießstand und der Bürgergarten einen Kinderspielplatz. Ein Jahr später wird den Schützen ein neuer Schützenplatz übergeben. Dort wird nach 25-jähriger Pause wieder ein volkstümliches Mannschießen veranstaltet.

1889

Aufhebung der Armenschule und Vereinigung aller Elementarschulen zu einer einzigen achtklassigen Volksschule. Verlegung des Postamtes in das neu erbaute Haus an der Lindenstraße. Das alte Postgebäude in der Jakobsstraße wird an den Möbelunternehmer Wachter verkauft. 

Uta und Ekkehard
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Das Oberlandesgericht
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Lepsiusgamnasium
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Festwiesenstimmung
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Die Hennebrücke bei Naumburg
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