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15.12.2017
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Die bedeutendsten Stifterpaare

[Uta & Ekkehard]

Am bewegendsten wirken die beiden Hauptstifter mit ihren Gemahlinnen, Markgraf Ekkehard II. mit Uta und Markgraf Hermann mit Reglindis. Sie erhielten einen besonderen Platz im Chor. An der Südseite steht die lebensfrohe Reglindis neben ihrem Gemahl Hermann.

Von der schönen Polin ist bekannt, daß sie jung und kinderlos starb und im Dom bestattet wurde. Ihr kesses Lächeln spricht von der ganzen Unbekümmertheit, fast Naivität ihrer Jugend. Reglindis ist der Typ der freundlichen, lebenslustigen, sicherlich unkomplizierten Frau. Bei näherer Betrachtung mutet dagegen die Gestalt ihres Gatten Hermann eher melancholisch an. Er blickt fast wehmütig ins Leere und sein Kopf ist ein wenig geneigt. Gemessen an seiner Körpergröße und im Vergleich zu den anderen Chorstatuen, sind Schild und Schwert zu groß. Sie werden von den Fingern der linken Hand sehr zaghaft gehalten und man empfindet, daß dieser Mann kein Kämpfertyp ist. Nichts haben die beiden hier gemeinsam und nichts scheint sie zu verbinden, aber dennoch bestätigen sie sich in ihrer Gegensätzlichkeit und bekräftigen damit ihre Eigenart- hier der Schwermut, da der Frohsinn. Gegenüber steht das berühmteste Stifterpaar: Ekkehard und Uta.

Ekkehard, ein resoluter, machtbewußter Charakter, das Abbild des Herrschers. Er hält fest und entschlossen sein Schwert, entschlossen ist auch sein Blick. Er scheint ein energischer Mann zu sein, der genau weiß, was er will, und der seinen Willen durchzusetzen versteht. Neben ihm steht Uta von Ballenstedt. Sie entstammte einem hochadeligen Geschlecht und war mit dem Kaiserhaus verwandt. Uta ist bis ins Detail der Typus der aristokratischen Dame. Sie ist sehr ruhig und kühl dargestellt, dabei voller unnahbarer Anmut. Sie ist eine schöne Frau, alles an dieser Frau ist klar und makellos. Gegen Ekkehard scheint die zarte Frau sich mit dem hochgezogenen Mantel abgrenzen und schützen zu wollen und steht dennoch unter dem festen Schutz dieses Mannes. Ruhig und verschlossen ist der Ausdruck ihres edlen Gesichtes. Das Paar verkörpert das Herrscherpaar des hohen Mittelalters. Reglindis und Hermann dagegen lassen den Gedanken an die Welt des Herrschers kaum aufkommen. Man könnte meinen: Ekkehard hat genau das, was Hermann fehlt, und Hermann das, was Ekkehard fehlt. Zwei völlig gegensätzliche Charaktere sind einander gegenübergestellt. Auch die beiden Ehefrauen, Uta und Reglindis sind gewissermaßen antithetisch charakterisiert, hoheitsvoll, aristokratisch und unnahbar kühl die eine, mittelsam und gewinnend die andere. Ein Vergleich der Paare miteinander ist interessant. Ekkehard ist größer als Uta und die beiden sind schon von der Körpergröße her ein vollendetes Paar. Sie gehören zusammen, obwohl beide völlig isoliert stehen. Beim Paar gegenüber sieht es so aus, als sei die Frau größer als der Mann. Überhaupt sind die beiden ganz verschieden. Der Mann ist gedankenverloren, Jenseitigem nachhängend, innerlich anteilnehmend und scheint fast hilfebedürftig und demütig hingebungsvoll zu sein. Dagegen fest im Leben stehend und das Leben liebend die Frau, welche ganz und gar nicht schüchtern ist. Sie träumt nicht und ist ganz von dieser Welt.

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