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17.11.2019
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Chronik der Stadt Naumburg(Saale)

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1990

Erste freie, demokratische Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung seit Jahrzehnten. Die CDU wird stärkste Fraktion und stellt den Bürgermeister. Anfang September tritt der neue Bürgermeister, der aus Ludwigsburg stammende Jurist Curt Becker, sein Amt an. Bald darauf wird die Arbeiterwohlfahrt gegründet. Unterstützung gaben dabei der Ortsverband Alfeld (Leine) und der Bezirkslandverband Hannover. Die Arbeiterwohlfahrt in Naumburg zählte 50 Mitglieder. Anläßlich des 500-jährigen Postjubiläums besucht der Bundespostminister die Stadt. Er besichtigt die Wenzelskirche und spielt dort auf der weltbekannten Hildebrandt-Orgel. Nach 40 Jahren findet im Dom Sankt Peter und Paul wieder ein Benefiz-Konzert statt: Es konzertieren der Aachener Musikkreis St. Aposteln und der Naumburger Claudius-Männerchor. Am 10. Dezember Gründungsversammlung des Kirschfestausschusses e.V. Die Winckelmann-Gesellschaft veranstaltet ein wissenschaftliches Kolloquium in Naumburg, Thema: "Baugebundene Kunst im Mittelalter".


1991

Umbenennung der Straßen und Plätze. Sie erhalten ihre früheren oder auch neue Namen. Auch die Schulen der Stadt werden umbenannt. Auflösung des Polizei-Kreisamtes und Bildung des Polizeireviers Naumburg, das der Landespolizei-Inspektion unterstellt wird. Der Jurist Jürgen Goydke, seit 1978 Richter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe, wird Präsident des wiedererrichteten Oberlandesgerichts Naumburg. Dort sollen in Zukunft 70 Richter arbeiten. Die Stadt kauft von den Nachfahren der letzten Naumburger Scharfrichterfamilie das 1680 angefertigte Scharfrichterschwert. Gründung eines Internationalen Förderkreises "Hildebrandt-Orgel". Ziel des Vereins ist die Instandsetzung und Pflege der weltbekannten Orgel in St. Wenzel. Auch ein Kunstverein wird gegründet, der sich aber knapp zwei Jahre später wieder auflöst. Schon 1854 gab es in Naumburg einen Kunstverein. Landesregierung und Bundesregierung vereinbaren die Aufnahme Naumburgs in ein Modellvorhaben zur Städtebauförderung (Modellstadt Naumburg). Damit werden für die nächsten zwei Jahre jeweils 6,7 Millionen DM zusätzlich für Sanierungsvorhaben zur Verfügung gestellt. 1. Naumburger Weinfest auf dem Holzmarkt. Noch im Herbst des Jahres Beginn der Bauarbeiten für das Bauvorhaben "Krautländer". Auf dem Gebiet zwischen Jenaer Straße und Ziegelgraben entstehen in der Folgezeit Eigentums- und Sozialwohnungen. Umfassender Umbau der Sparkasse am topfmarkt. Sie erhält in der Folgezeit Geschäftsstellen am Steinweg (1991), Jenaer Straße und Siedlungsstraße (1992) sowie in der Nietzsche-Straße (1993).


1992

Fortführung der Restaurierungsarbeiten am Dom. Dabei werden das Obergeschoß des Nordwestturmes restauriert und von den mittelalterlichen Wasserspeiern Kopien angefertigt. Rittertag der Provinzial-Sächsischen Gemeinschaft des Johanniterordens. Kommendator ist Alfred Graf Schwerin von Krosigk. Fertigstellung der Salzhofpassage. Die Investitionen belaufen sich auf rund 6 Millionen Mark. Im Dom konzertieren die Wiener Sängerknaben unter Leitung von Kapellmeister Vincent Borritis. Anfang November wird im Rathaus der neue Bildband von Stadtarchivar Bernhard Heinzelmann vorgestellt. Das Buch enthält 108 historische Fotos aus der Zeit von etwa 1880 bis 1960. Die Publikation ist die erste dieser Art für die Stadt Naumburg. Der historische Othmarsplatz wird neu gestaltet. Hierfür stehen zunächst rund 240.000 Mark zur Verfügung. Neues Kinderheim in der Graf-Staufenberg-Straße. Die feierliche Übergabe wird vom Naumburger Landrat Dr. Dube vollzogen. Im Dachgeschoß des Hauses "Hohe Lilie" (Markt 18) wird ein Stadtpanorama entdeckt. Das auf Holzbrettern gemalte Bild aus der Zeit um 1700 zeigt verschiedene Häuser und Kirchen der Stadt. Kurz darauf (im November) werden im Keller des Grundstücks Jakobstraße 5 gut erhaltene Reste eines romanischen Steinhauses entdeckt. Damit steht der Stadtkernforschung ein weiteres bedeutsames Kulturdenkmal zur Verfügung.


1993

Für die Sanierung des Nietzsche-Hauses am Weingarten werden aus Städtebau-Fördermitteln rund 700.000 Mark bereitgestellt. Zum 150. Geburtstag Nietzsches am 15. Oktober 1994 soll das Haus der Öffentlichkeit übergeben werden. Der Bundespräsident Richard von Weizsäcker besucht die Stadt. Er trägt sich in das "Goldene Buch" der Stadt ein und besichtigt die Domkirche sowie die nahegelegene Landesschule Pforta. Christa Moering, Mitbegründerin der Künstler - Gruppe 50, stellt eigene Gemälde in der Dresdner Bank aus. Die Malerin war schon 1991 mit einer Ausstellung in Naumburg. Die Generalstaatsanwaltschaft erhält am Theaterplatz 6 ein neues Domizil. 40 bis 50 Angestellte sollen in dem umgebauten Haus arbeiten. Bauherr ist das Justizministerium des Landes. Ende März Übergabe von 12 weiteren Wohnungen im Baugebiet "Krautländer". Bauträger ist die "Gesellschaft für Siedlungs- und Wohnungsbau" Baden-Württemberg. Hildegard Broche aus Bielefeld, Witwe des einstigen Besitzers der Lorbeerbaum-Apotheke in der Herrenstraße übergibt der Stadt (am 28.4.) eine Stiftung mit jährlichen Zinsen in Höhe von 30.000 Mark. Gleichzeitig erhält die Stadt aus dem Besitz der Familie Broche mehrere Akten, Dokumente und Urkunden, darunter das bedeutsame Apothekenprivilegium von 1645. 965-Jahrfeier der Stadt. Höhepunkt ist der große historische Umzug. Die historische Petri-Pauli-Messe wird erstmals auf dem Marienplatz durchgeführt. Eröffnung des "Museum-Eck" in der Herrenstraße. Die Ausstellung zeigt Exponate Naumburger Stadtgeschichte sowie Beispiele gegenwärtiger Handwerkskunst. Im Oktober Ausbau der bekannten "Hildebrandt-Orgel". Die 1746 fertiggestellte Orgel wird in der Werkstatt der Firma Eule (Bautzen) rekonstruiert. Internationale Gewerkschaftskonferenz auf Einladung des DGB-Landesbezirkes Sachsen-Anhalt in Naumburg. Fertigstellung der zur Fußgängerzone umgebauten Salzstraße. Die Arbeiten hierzu hatten schon im Jahr zuvor begonnen.


Das Rathaus
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Herold zum Kirschfest
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Das Oberlandesgericht
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Bismarckturm
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Lepsiusgamnasium
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